Der Ortsteil Vezio ist ein kleines Dorf oberhalb des Comer Sees, dem im Laufe der Zeit gelungen ist, seine ursprünglichen Eigenschaften vor allem in der Architektur seiner Steinhäuser zu behalten.

Ursprünglich war das Dorf vermutlich eine etruskische Siedlung, deren Einwohner infolge der Wanderungen der Völker jenseits der Alpen gezwungen wurden, zu den umliegenden Täler zu bewegen.

Um solche Einfälle zu verhindern wurde von den Römern zur Zeit derer Eroberungen in der Lombardei eine Festung als Kontrolle über den Ufern des untenliegenden Sees errichtet, auf dessen Vorgebirge mittlerweile Varenna, das Zentrum vom Handels- und militärischen Verkehr der Gegend, entstanden war.

Der zentrale Turm, 20 Mtr hoch, sollte als Sichtung und Unterrichtung nutzen, innerhalb der Festungsmauern waren dagegen Wohnungen und Lagerbestände enthalten, derer Grundmauern immer noch sichtbar sind.
Die Auffindung von Waffen und menschlichen Überresten aus verschiedenen Zeiten und Herkunft beweist, daß in der Nähe des Turms blutige und heftige Kämpfe erfolgten.

Als Varenna im Jahr 1244 zum ersten Mal von Como, wem sie sich erhoben hatte, zerstört wurde, nahm die Bevölkerung Zuflucht in die Burg, die wegen ihrer Lage uneinnehmbar war. Dort ermutigten die Flüchtigen die Seelen und fanden die Kraft, sich vier Jahre später gegen den Feind wieder zu erheben. Bei dieser Gelegenheit wurde Varenna zu Feuer und Schwert gesetzt, aber die Burg widerstand.

Vezio erlebte die Lordschaften Visconti und Torriani, wurde von Französischen und Spaniern beherrscht, erlitt die Dekrete der Herren von Venedig und Bergamo. Mit Varenna wurde es zu einem Bischofslehen, bis es im Jahre 1778 an die Familie Serbelloni überging, die den Besitz des Turmes bis ins 19. Jahrhundert bewahrte.

Das Schloss wurde infolge verschiedener Kriege zerstört und ist heute von dicken Mauern im mittelalterlichen Stil umgeben.
Nachdem man die Zugbrücke überquert, kann man über eine Steintreppe den Turm besteigen und bis zu seiner Spitze gelangen. Von dort aus ist der 360-Grad-Blick auf den Comer See unvergleichlich. Das Schloss ist in einem Jahrhundert-alten Olivenhain
eingebettet, wo es möglich sein wird, den Schloss-Falkner und seine Raubvögel zu treffen: Schleiereulen, Mäusebussarde, Falken und noch andere. Zu bestimmten Zeiten kann auch man spektakulären Flugvorführungen beiwohnen.

Obwohl Privatbesitz, ist heute das Schloss Vezio zu jeder Jahreszeit dem Publikum geöffnet, grundsatzlich von April bis Ende Oktober täglich von 10 Uhr bis Sonnenuntergang, in den Wintermonaten nur am Samstag und Sonntag ebenfalls von 10 Uhr bis Sonnenuntergang.

Der Betrieb des Schlosses ist der "Associazione Turistica Castello di Vezio" anvertraut, einer Non-Profit Einrichtung, die für seine Wartung verantwortlich ist und unterschiedliche Veranstaltungen fördert.